Newsletter Frühjahr 2020

21. Mai 2020

Helipterum anthemoides – Sonnenflügel
Lange Zeit wurde diese Staude aus den Australischen Alpen, der Kosciusko Region, von Steingartenliebhabern kultiviert. Da sie jedoch nur leichte Fröste gut verträgt und bei uns nicht als voll winterhart bezeichnet werden kann, bieten wir sie als einjährige Staude an.
Schon im zeitigen Frühjahr erfreut diese strohblumenartige Immortelle mit ihren weißen, nach Honig duftenden Blüten und auch nach der Blütezeit wirkt sie durch ihr zierliches bläulich-graues Laub. Der Sonnenflügel ist also eine willkommene Abwechslung zu  vielen „konservativen“ Frühjahrsblühern.


Trachystemon orientalis – Rauling
Wenn sich im Frühjahr die boretsch-ähnlichen, blauen Blüten aus dem Boden schieben, ist dieses Raublatt-gewächs ein richtiger Blickfang und obendrein auch ein Insektenmagnet. Vor allem Hummeln werden stark angezogen.
Nach der Blüte erscheinen die mächtigen Blätter, die den ganzen Sommer über unverwüstlich sind. Eine robuste, ausbreitungsfreudige Staude für halbschattige, auch etwas trockene Standorte – ein Versuch lohnt sich!


Cotula duckitae – Fiederpolster
Durch meine Neugierde und meine Freude, mit Unbekanntem zu experimentieren, stoße ich immer wieder mal auf neue Pflanzen, die sich für unsere Gärten eignen.
Auch dieses Fiederpolster aus Südafrika ist solch ein „Findling“. Wie schon der Name sagt, sind die Blätter fiedrig und bilden schöne Polster. Schon zeitig im Frühjahr bis in den Frühsommer erscheinen die großen orangegelben Blüten, die an eine Färberkamille erinnern. Sie erfreuen durch ihr schönes leuchtendes Goldgelb und sind eine willkommene Abwechslung für die Bepflanzung von Frühjahrskästen – vor allem wegen ihrer enormen Blühwilligkeit (sie blühen sich fast zu Tode!).


Romanzoffia californica – Mistmaiden
Ein elegantes Gewächs aus der Familie der Hydrophyllaceae, das mich jedes Frühjahr auf‘s Neue begeistert mit seinen frischgrünen Blättern und den schaumkrautähnlichen weißen Blüten.
Mit etwas Winterschutz entwickelt die knöllchenbildende Pflanze aus Kalifornien auch bei uns eine üppige Blütenpracht – zum Beispiel in Frühlingsbeeten zusammen mit Zwiebeln oder auch in Kästen oder Töpfen. Sie kann sowohl als Einjährige als auch als Staude verwendet werden und bringt Frische und Luftigkeit in unsere Gärten.
Ein warmes, trockenes Frühjahr kann  jedoch gefährlich sein, denn dadurch wird ihre Sommerruhe eingeläutet. Man sollte sie daher nur an schattigen oder halbschattigen Standorten verwenden.


Camassia – Präriekerze
Unverständlich, daß diese wunderschönen Zwiebelgewächse aus Nordamerika noch so unbekannt sind. Dabei haben diese robusten Stauden so viele Vorzüge. Sie sind völlig winterhart, vertragen lehmige, nahrhafte Gartenböden und blühen im blütenarmen Monat Mai.


Ipheion uniflorum – Sternblume
Sternblumen, wie dieses Zwiebelwächs aus Südamerika treffend bezeichnet worden ist, sieht man in unseren Gärten noch viel zu selten. An sonnig-trockenen Standorten ist es ein willkommener Dauergast, der zur Blütezeit im April/Mai wirklich jeden Steingarten bereichert. Im Herbst, nach der Sommerruhe, treiben die Blätter schon aus und es beginnt eine kleine Vorfreude auf die Blütensterne im kommenden Frühjahr, die mit ihrem reichen Farbenspiel fast keine Wünsche mehr offen lassen.


Iris Hybride ‘Katherine Hodgkin‘
Schade, dass dieses Juwel von Iris bei uns noch so wenige begeisterte Anhänger gefunden hat!
Dabei hat diese Hybride aus Iris histrioides x Iris winogradowii so viele gute Garteneigenschaften.
Sie eignet sich sowohl für Steingärten als auch für Töpfe und erfreut uns mit ihren eigenartigen Blüten in weißen, grau-blauen, gelben und zarten Grüntönen oft schon im Februar mit überreichem Flor.


Triteleia laxa ‘White Cloud‘
Schon lange ist mir dieses Zwiebelgewächs aus Kalifornien bekannt, aber erst nach der diesjährigen Blüte habe ich es so richtig schätzen gelernt. Ich hatte vorher nur zaghaft an eine Verwendung gedacht – und war freudig überrascht von den reinweißen,an Agapanthus erinnernden Blütenstände, die im Mai/Juni über Wochen eine schöne Bereich-erung der Rabatten sind.
Wenn Sie diese Zwiebeln in größeren Mengen auf durchlässigen Böden pflanzen, können Sie sozusagen kalifornische Aspekte in Ihrem Garten schaffen. Auch die Züchtung ruht nicht, so dass nun der Weg frei ist für einige neue vielversprechende Sorten.


Hedychium
Diese subtropische/tropische Gattung aus der Familie der Ingwergewächse weckt mehr und mehr mein Interesse. Schon ihre mächtigen Laubbüsche sind eine Zierde, aber wenn dann im Sommer/Herbst die imposanten Blütenrispen erscheinen und ihren betörenden schweren süßlichen Duft verströmen, ist fast jeder begeistert. Bei einigen Arten lohnt sich sogar der Versuch, sie als winterharte Stauden zu behandeln.


Eucomis pole-evansii – Schopflilie
Mit fast 1 m Höhe ist Eucomis pole-evansii die stattlichste und imposanteste Art dieser südafrikanischen Gattung. Die grünlich weißen Blüten und die dekorativen Samenstände wirken über lange Zeit sehr schön. Obwohl diese Art in der Literatur nicht als winterhart gilt, hat sie mit Laubabdeckung schon einige Jahre bei uns im Freien ausgehalten. Auch viele weitere Arten und Sorten sorgen für Überraschungen und sind einen Versuch wert.